Wer mit einem Pkw einen größeren Anhänger ziehen möchte, benötigt häufig mehr als den normalen Führerschein der Klasse B. Genau dafür gibt es den Führerschein Klasse BE. Er erweitert die Fahrerlaubnis für Pkw-Anhänger-Kombinationen und ist besonders interessant für Menschen, die Wohnwagen, Pferdeanhänger, Bootsanhänger oder größere Transportanhänger nutzen.
Doch welche Fahrzeuge darf man mit der Klasse BE fahren? Wie schwer darf der Anhänger sein? Welche Voraussetzungen müssen erfüllt werden und wie läuft die praktische Prüfung ab? In diesem Ratgeber von FahrenExperten erfahren Sie, was beim BE-Führerschein in Deutschland gilt und worauf Sie vor der Anmeldung achten sollten.
Wenn Sie zunächst einen allgemeinen Überblick über die verschiedenen Fahrerlaubnisse benötigen, lesen Sie auch unsere Informationen zu den Führerscheinklassen in Deutschland.
Die Fahrerlaubnisklasse BE ist eine Erweiterung der Pkw-Fahrerlaubnis Klasse B. Sie berechtigt dazu, ein Zugfahrzeug der Klasse B zusammen mit einem Anhänger oder Sattelanhänger zu fahren, dessen zulässige Gesamtmasse mehr als 750 kg und höchstens 3.500 kg beträgt.
Die gesetzliche Grundlage dafür ist § 6 der Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV). Entscheidend ist dabei die zulässige Gesamtmasse des Anhängers, nicht allein sein tatsächliches Gewicht oder die aktuelle Beladung.
Das bedeutet: Mit einem BE-Führerschein können Sie bestimmte größere Anhänger hinter einem Pkw ziehen, sofern auch das Zugfahrzeug und die konkrete Fahrzeugkombination für den Betrieb zugelassen sind.
Typische Einsatzbereiche sind:
Wichtig: Die Klasse BE erlaubt nicht automatisch, jede beliebige Kombination zu fahren. Die zulässige Anhängelast des Zugfahrzeugs, die Stützlast, die Fahrzeugpapiere und weitere technische Vorgaben müssen ebenfalls eingehalten werden.

Mit der Klasse BE dürfen Sie eine Fahrzeugkombination aus einem Kraftfahrzeug der Klasse B und einem Anhänger oder Sattelanhänger führen. Die zulässige Gesamtmasse des Anhängers darf dabei höchstens 3.500 kg betragen.
Das Zugfahrzeug muss weiterhin den Anforderungen der Klasse B entsprechen. Dazu gehören grundsätzlich Kraftfahrzeuge mit einer zulässigen Gesamtmasse von höchstens 3.500 kg, die für maximal acht Personen zusätzlich zum Fahrer ausgelegt sind.
Ein Beispiel:
Sie fahren einen Pkw mit einer zulässigen Gesamtmasse von 2.400 kg und ziehen einen Pferdeanhänger mit einer zulässigen Gesamtmasse von 2.000 kg. Die Kombination hat damit rechnerisch eine zulässige Gesamtmasse von 4.400 kg. Mit der Klasse B allein wäre diese Kombination grundsätzlich nicht erlaubt, sofern keine andere passende Berechtigung vorliegt. Mit der Klasse BE kann sie fahrerlaubnisrechtlich möglich sein, wenn die technischen Grenzen des Pkw und des Anhängers eingehalten werden.
Die Klasse BE ist deshalb besonders nützlich, wenn Sie regelmäßig schwerere Anhänger bewegen müssen.
Die genaue Definition finden Sie in § 6 FeV – Einteilung der Fahrerlaubnisklassen.
Viele Fahrschüler fragen sich, ob sie die Klasse B96 oder den vollständigen BE-Führerschein benötigen. Die Antwort hängt vor allem von der zulässigen Gesamtmasse des Anhängers und der gesamten Kombination ab.
Mit der normalen Klasse B dürfen Sie grundsätzlich Anhänger mit einer zulässigen Gesamtmasse von bis zu 750 kg ziehen. Ein schwererer Anhänger ist ebenfalls möglich, wenn die zulässige Gesamtmasse der gesamten Kombination 3.500 kg nicht überschreitet.
B96 ist keine eigenständige Fahrerlaubnisklasse, sondern eine Schlüsselzahl zur Klasse B. Sie ermöglicht bestimmte Kombinationen aus einem Pkw der Klasse B und einem Anhänger mit mehr als 750 kg zulässiger Gesamtmasse, wenn die zulässige Gesamtmasse der Kombination über 3.500 kg, aber nicht über 4.250 kg liegt.
Für B96 ist eine besondere Fahrerschulung erforderlich. Eine reguläre praktische Fahrerlaubnisprüfung ist dafür nicht vorgesehen.
Mehr dazu erfahren Sie in unserem Ratgeber über die Führerscheinklassifizierung.
Die Klasse BE ist die passende Erweiterung, wenn Sie einen Anhänger mit mehr als 750 kg und bis zu 3.500 kg zulässiger Gesamtmasse hinter einem Zugfahrzeug der Klasse B führen möchten.
| Merkmal | Klasse B | Klasse B mit B96 | Klasse BE |
|---|---|---|---|
| Anhänger bis 750 kg | Ja | Ja | Ja |
| Schwererer Anhänger | Unter Bedingungen | Ja | Ja |
| Maximale zGM des Anhängers | Abhängig von der Kombination | Abhängig von der Kombination | 3.500 kg |
| Maximale zGM der Kombination | 3.500 kg | 4.250 kg | Keine entsprechende pauschale 4.250-kg-Grenze |
| Zusätzliche Schulung oder Prüfung | Nein | Fahrerschulung | Praktische Prüfung |
Die Tabelle zeigt die grundsätzlichen Fahrerlaubnisgrenzen. Die technischen Angaben in den Fahrzeugpapieren müssen zusätzlich berücksichtigt werden.
Wer den Führerschein Klasse BE erwerben möchte, muss bestimmte gesetzliche Voraussetzungen erfüllen.
Das reguläre Mindestalter für die Klasse BE beträgt 18 Jahre. Im Rahmen des begleiteten Fahrens ab 17 Jahren kann die Fahrerlaubnis unter den dafür geltenden gesetzlichen Bedingungen bereits früher erteilt werden. Bis zum Erreichen des regulären Mindestalters gelten die entsprechenden Auflagen.
Die Altersvorgaben sind in den Vorschriften zur Fahrerlaubnis geregelt. Eine Übersicht bietet das Bundesministerium für Verkehr.
Grundsätzlich benötigen Bewerber bereits die Fahrerlaubnis Klasse B. Die Klasse BE kann auch zusammen mit der Klasse B erworben werden. Wer den BE-Führerschein später nachholt, muss die bestehende Klasse B nachweisen.
Wenn Sie noch am Anfang Ihrer Fahrausbildung stehen, finden Sie weitere Informationen in unserem Beitrag zur Führerscheinausbildung in Deutschland.
Bewerber müssen die allgemeinen Voraussetzungen für die Erteilung einer Fahrerlaubnis erfüllen. Dazu gehören insbesondere die erforderliche körperliche und geistige Eignung sowie die Zuverlässigkeit im Straßenverkehr.
Für die Klasse BE ist nicht grundsätzlich eine zusätzliche ärztliche Untersuchung wie bei bestimmten Lkw- oder Busklassen vorgeschrieben. Besondere Umstände können jedoch eine individuelle Prüfung erforderlich machen. Maßgeblich sind die gesetzlichen Vorgaben und die Entscheidung der zuständigen Fahrerlaubnisbehörde.
Die Ausbildung konzentriert sich auf das sichere Fahren mit einem Pkw-Anhänger. Das Fahrverhalten unterscheidet sich deutlich vom Fahren ohne Anhänger: Das Gespann ist länger, schwerer und reagiert beim Bremsen, Beschleunigen und Rangieren anders.
Eine Fahrschule vermittelt deshalb sowohl die notwendigen technischen Kenntnisse als auch praktische Fahrfertigkeiten.
Typische Ausbildungsinhalte sind:
Die Zahl der benötigten Fahrstunden hängt von den individuellen Fähigkeiten und Vorerfahrungen ab. Es gibt keine pauschale Anzahl praktischer Übungsstunden, die für jeden Bewerber gleich ist. Die Fahrschule entscheidet anhand des Ausbildungsstands, wann die Prüfungsreife erreicht ist.
Weitere Informationen zu den einzelnen Schritten finden Sie in unserem Ratgeber Führerschein machen: Ablauf und Voraussetzungen.
Beim regulären Erwerb der Klasse BE ist grundsätzlich eine praktische Prüfung vorgesehen. Eine separate theoretische Fahrerlaubnisprüfung ist für die Erweiterung auf BE normalerweise nicht erforderlich.
Das bedeutet jedoch nicht, dass die theoretischen Kenntnisse unwichtig sind. Fahrschüler müssen die Verkehrsregeln, Vorschriften zum Anhängerbetrieb und die technischen Grundlagen kennen, um das Gespann sicher führen zu können.
Besonders wichtig sind Kenntnisse über:
Die aktuellen rechtlichen Grundlagen sollten vor der Ausbildung mit der Fahrschule oder der zuständigen Fahrerlaubnisbehörde abgeglichen werden.
Die praktische Prüfung soll zeigen, dass der Bewerber ein Fahrzeug mit Anhänger sicher und verantwortungsvoll führen kann. Dabei geht es nicht nur um das Fahren auf öffentlichen Straßen, sondern auch um die richtige Bedienung und Kontrolle des Gespanns.
Je nach Prüfungsablauf können unter anderem folgende Fähigkeiten geprüft werden:
Die konkreten Prüfungsanforderungen richten sich nach den geltenden Prüfungsrichtlinien. Eine gute Vorbereitung mit einem erfahrenen Fahrlehrer erhöht die Sicherheit und hilft, typische Fehler zu vermeiden.
Wenn Sie sich allgemein auf eine Fahrerlaubnisprüfung vorbereiten möchten, lesen Sie auch unseren Beitrag zur Führerscheinprüfung.
Die Kosten für den Führerschein Klasse BE können je nach Region, Fahrschule und individuellem Ausbildungsbedarf unterschiedlich ausfallen. Es gibt keinen bundesweit einheitlichen Gesamtpreis.
Zu den typischen Kostenbestandteilen gehören:
Wer bereits sicher mit einem Anhänger umgehen kann, benötigt möglicherweise weniger Fahrstunden als jemand ohne Erfahrung. Trotzdem sollte niemand aus Kostengründen auf notwendige Übung verzichten.
Ein Preisvergleich verschiedener Fahrschulen kann sinnvoll sein. Achten Sie dabei nicht nur auf den Preis einer einzelnen Fahrstunde, sondern auch auf den Grundbetrag, die Prüfungsgebühren und mögliche Zusatzkosten.
Fragen Sie die Fahrschule vor der Anmeldung nach einer transparenten Kostenübersicht. So können Sie besser einschätzen, welche Gesamtausgaben entstehen könnten.
Weitere Hinweise finden Sie auf unserer Seite zu den Fahrschulkosten.
Die Dauer hängt davon ab, wie schnell Sie die notwendigen praktischen Fähigkeiten erwerben und wann Prüfungstermine verfügbar sind. Wer bereits Erfahrung mit Anhängern hat, kann die Ausbildung möglicherweise schneller abschließen als ein Anfänger.
Auch die Verfügbarkeit von Fahrstunden, die persönliche Lernzeit und die Organisation der Prüfung spielen eine Rolle.
Eine pauschale Dauer lässt sich deshalb nicht seriös angeben. Besprechen Sie Ihren Zeitplan am besten direkt mit der Fahrschule.
Die Klasse BE ist besonders vielseitig, weil sie verschiedene Arten von Anhängern abdeckt. Dazu können beispielsweise gehören:
Wohnwagen: Größere Wohnwagen können mit einem geeigneten Pkw gezogen werden, sofern die zulässigen Gewichte und technischen Vorgaben eingehalten werden.
Pferdeanhänger: Für den Transport von Pferden werden häufig schwerere Anhänger verwendet. Die Klasse BE kann dafür erforderlich sein.
Bootsanhänger: Je nach Bootsgröße und Anhängergewicht kann BE die passende Fahrerlaubnis sein.
Transportanhänger: Größere Koffer-, Plattform- oder Maschinenanhänger können ebenfalls unter die BE-Berechtigung fallen.
Entscheidend bleibt immer die zulässige Gesamtmasse des Anhängers sowie die technische Eignung des Zugfahrzeugs. Ein BE-Führerschein erhöht nicht automatisch die vom Fahrzeughersteller erlaubte Anhängelast.
Auch mit dem richtigen Führerschein können Fehler beim Anhängerbetrieb zu gefährlichen Situationen führen. Besonders häufig sind:
Vor jeder Fahrt sollten Sie deshalb die Verbindung zwischen Zugfahrzeug und Anhänger kontrollieren. Prüfen Sie außerdem Beleuchtung, Reifen, Ladung und die relevanten Gewichtsangaben in den Fahrzeugpapieren.
Die Fahrerlaubnis der Klasse BE ist grundsätzlich nicht wie bestimmte gewerbliche Fahrerlaubnisklassen regelmäßig durch eine medizinische Untersuchung zu verlängern. Davon zu unterscheiden ist die Gültigkeit des Führerscheindokuments.
EU-Kartenführerscheine, die seit dem 19. Januar 2013 ausgestellt werden, haben grundsätzlich eine Gültigkeit von 15 Jahren. Nach Ablauf muss das Dokument erneuert werden; die Fahrerlaubnis selbst erlischt dadurch nicht automatisch.
Bei individuellen Einschränkungen oder besonderen Auflagen können abweichende Regelungen gelten. Informationen zum Dokumentenumtausch finden Sie auch in unserem Beitrag Führerschein umtauschen in Deutschland.
Der Führerschein Klasse BE ist eine sinnvolle Erweiterung für alle, die regelmäßig größere Anhänger mit einem Pkw ziehen möchten. Er ist besonders relevant für Wohnwagenbesitzer, Pferdehalter, Bootsbesitzer und Menschen, die beruflich oder privat schwere Transportanhänger nutzen.
Die Klasse BE erlaubt Kombinationen aus einem Zugfahrzeug der Klasse B und einem Anhänger mit einer zulässigen Gesamtmasse von bis zu 3.500 kg. Voraussetzung ist, dass auch die technischen Grenzen des Zugfahrzeugs und des Anhängers eingehalten werden.
Vor der Anmeldung sollten Sie prüfen, ob die normale Klasse B, die Schlüsselzahl B96 oder die Klasse BE für Ihren geplanten Anhängerbetrieb ausreicht. Eine Fahrschule und die zuständige Fahrerlaubnisbehörde können bei der individuellen Einschätzung helfen.
Bei FahrenExperten finden Sie weitere Informationen zu Führerscheinklassen, Führerscheinausbildung und Führerscheinkosten, damit Sie Ihre nächsten Schritte gut vorbereitet planen können.

Die zulässige Gesamtmasse des Anhängers oder Sattelanhängers darf bei der Klasse BE höchstens 3.500 kg betragen. Zusätzlich müssen die technischen Grenzen des Zugfahrzeugs eingehalten werden.
Ja. Die Klasse BE setzt grundsätzlich die Fahrerlaubnis der Klasse B voraus. Beide Klassen können auch gemeinsam erworben werden.
Für den regulären Erwerb der Klasse BE ist grundsätzlich eine praktische Prüfung vorgesehen. Eine separate theoretische Fahrerlaubnisprüfung ist normalerweise nicht erforderlich.
Ja, sofern der Anhänger die zulässige Gesamtmasse von 3.500 kg nicht überschreitet und das Zugfahrzeug für den Anhängerbetrieb technisch geeignet ist.
Nein. B96 ist eine Schlüsselzahl zur Klasse B und erlaubt bestimmte Kombinationen bis 4.250 kg zulässiger Gesamtmasse. BE erlaubt Anhänger mit einer zulässigen Gesamtmasse von bis zu 3.500 kg hinter einem Zugfahrzeug der Klasse B.
Die Kosten hängen von der Fahrschule, der Region, der Anzahl der Fahrstunden und den Prüfungs- und Verwaltungsgebühren ab. Ein verbindlicher Gesamtpreis kann deshalb nur anhand des individuellen Ausbildungsangebots ermittelt werden.
Im Rahmen des begleiteten Fahrens ab 17 Jahren kann die Klasse BE unter den dafür geltenden gesetzlichen Voraussetzungen erteilt werden. Bis zum Erreichen des regulären Mindestalters gelten die entsprechenden Auflagen.
Nein. Neben der Fahrerlaubnis müssen die zulässige Anhängelast, die Stützlast, die zulässige Gesamtmasse und die technischen Vorgaben des Zugfahrzeugs eingehalten werden.